Revolut als Hauptkonto im Check: Was geht, was fehlt
Kurz gesagt
Ja, Revolut kann ein Hauptkonto sein, wenn du ohne Dispo, ohne girocard und ohne Bareinzahlung auskommst. Neukund*innen bekommen seit Oktober 2024 eine deutsche IBAN[150], Lastschriften und Daueraufträge laufen wie bei jeder Bank, und Revolut bietet einen kostenlosen Kontowechsel an[235]. Was fehlt: ein Überziehungsrahmen[160], eine girocard[33] und jede Möglichkeit, in Deutschland Bargeld einzuzahlen[208]. Ob das für dich reicht, hängt davon ab, wie du bezahlst und ob du mit Bargeld arbeitest.
- Gehalt, Lastschriften, Daueraufträge: geht, mit deutscher IBAN für Neukund*innen.
- Kontowechsel bietet Revolut kostenlos an, das Gehalt musst du deinem Arbeitgeber aber selbst melden.
- Es fehlen: Dispo, girocard und Bargeld einzahlen.
- Bei Pfändung kannst du das Konto in ein P-Konto umwandeln lassen.
Inhalt (9 Abschnitte)
So entstand dieser Check: Grundlage sind Revolut-Hilfeseiten, Bedingungen und Gebührenverzeichnis für Deutschland sowie die gesetzlichen Lastschrift-Regeln, Stand 18.10.2026. Es ist ein Check auf Basis von Dokumenten; ein Gehaltskonto haben wir dafür nicht eingerichtet. Wir geben keine Rechtsberatung. Quellen gleichen wir monatlich um den 2. ab. Wer dahintersteht: Über uns. Keine Werbelinks.
Gehalt und deutsche IBAN
Für den Gehaltseingang brauchst du nur eine IBAN. Seit Oktober 2024 erhalten Neukund*innen eine deutsche; Bestandskund*innen stellt Revolut schrittweise um[150]. Ob deine IBAN mit DE beginnt, siehst du in der App bei den Kontodaten. Eingehende SEPA-Überweisungen in Euro und eigene SEPA-Überweisungen kosten im kostenlosen Standard-Abo nichts[5].
Was wir nicht belegen können: wann genau Gehalt gutgeschrieben wird und ob jeder Arbeitgeber die IBAN problemlos annimmt. Revolut beschreibt das auf den gelesenen Seiten nicht. Wichtig beim Wechsel: Den Kontowechselservice nutzt Revolut nicht für Gehalt und Sozialleistungen[235]. Die neue IBAN gibst du deinem Arbeitgeber, der Familienkasse oder dem Amt selbst.
Lastschriften: zurückbuchen und Fristen
Lastschriften funktionieren mit der IBAN wie bei jeder Bank. Wichtig ist, was du tun kannst, wenn eine falsch ist:
| Fall | Frist |
|---|---|
| Autorisierte SEPA-Basislastschrift zurückholen | 8 Wochen ab Belastung, ohne Begründung; die Bank erstattet oder lehnt binnen 10 Geschäftstagen ab[237] |
| Nicht autorisierte oder fehlerhafte Lastschrift (z. B. ohne Mandat) | spätestens 13 Monate nach Belastung melden[238] |
| Künftige Lastschrift stoppen | bis Ende des Werktags vor Fälligkeit[236] |
So geht es laut Revolut: In der Transaktionsliste die Lastschrift antippen, das Problem auswählen und den Anweisungen folgen; alternativ über den Chat[236]. Die Menünamen in der App haben wir nicht selbst geprüft. Die 8-Wochen-Regel ist gesetzlich und gilt für jede Bank; den SEPA-Absatz der Revolut-AGB konnten wir nicht vollständig lesen[237].
Daueraufträge und Fixkosten-Pockets
Für Miete und Abos kannst du Daueraufträge einrichten. Revolut hat dazu Pockets: Damit sortierst du Geld in Kategorien, Ziele und Rechnungen. Zinsen bringen Pockets nicht, es sind keine Sparkonten[27]. Wer mit Partner*in Fixkosten teilt, kann ein kostenloses Gemeinschaftskonto mit Daueraufträgen, eigenen Karten und Pockets eröffnen[26]. Mehr zum Budget-Teil: Sparen und Budget.
Kontowechsel: was Revolut mitnimmt
Revolut bietet für den Wechsel von einer deutschen Bank zur deutschen Zweigniederlassung einen kostenlosen Service an[235]:
- Ablauf: digitales Formular ausdrucken, unterschreiben, hochladen.
- Was übernommen wird: Saldo, Daueraufträge (als Liste) und Lastschriften.
- Was nicht: Gehalt, Sozialleistungen und Kartenabos (zum Beispiel Streaming, das auf deiner alten Karte läuft).
- Fristen: Revolut leitet den Auftrag binnen 2 Geschäftstagen weiter, die alte Bank hat höchstens 5 Geschäftstage.
Die Revolut-Seite nennt das Zahlungskontengesetz nicht beim Namen, beschreibt aber dessen Ablauf. Plane für Kartenabos und den Gehaltseingang eigene Zeit ein; die musst du selbst umstellen.
Was fehlt: Dispo, girocard, Bargeld
Kein Dispo. Revolut bietet in Deutschland keinen Überziehungskredit an, egal in welchem Abo. Eine Zahlung, die den Kontostand unter null bringen würde, wird abgelehnt[160]. Für ein Hauptkonto heißt das: Eine Lastschrift ohne Deckung geht nicht durch. Ein Puffer auf dem Konto ersetzt den Dispo. Was Revolut stattdessen an Kredit anbietet: Revolut Kredit im Check.
Keine girocard. Revolut gibt nur Debitkarten von Visa und Mastercard aus; eine girocard gibt es nicht[33]. Anderslautende Angaben in Vergleichsportalen sind falsch. Wo nur girocard akzeptiert wird, etwa an manchen Kassen oder Automaten, kommst du mit der Revolut-Karte nicht weiter.
Kein Bargeld einzahlen. In Deutschland ist das nicht möglich; Revolut arbeitet laut Hilfe daran, nennt aber kein Datum[208]. Weil keines der Kontomodelle Bareinzahlungen erlaubt, kann Revolut nach eigener Aussage auch kein Basiskonto nach Zahlungskontengesetz anbieten[210]. Der Umweg läuft über ein anderes Konto, das du per Überweisung auflädst; Revolut nimmt dafür nichts, die andere Bank vielleicht schon[211]. Details: Bargeld bei Revolut einzahlen.
Abheben ist begrenzt gratis. Im Standard-Abo sind es 200 € bzw. 5 Abhebungen im Monat, danach 2 %, mindestens 1 € pro Abhebung[1].
P-Konto
Revolut wandelt das Konto auf Antrag in ein Pfändungsschutzkonto um. Das Formular gibt es im In-App-Chat auf Deutsch oder Englisch, auch noch nachdem eine Pfändung zugestellt wurde; wer binnen eines Monats umwandelt, ist ab Zustellung geschützt. Der Freibetrag liegt ab 01.07.2026 bei 1.590 €. Das P-Konto läuft nur auf Guthabenbasis[233]. Wenn du in dieser Lage bist, hilft eine Schuldnerberatung weiter; wir geben keine Rechtsberatung.
Einlagensicherung, Sperre, Support
Einlagensicherung. Guthaben auf dem Konto sind über die litauische Einlagensicherung bis 100.000 € geschützt[31], für alle Einlagen bei der Revolut Bank UAB zusammen[147]. Die deutsche IBAN ändert daran nichts[150]. Welcher Schutz für dich gilt, hängt an der Revolut-Gesellschaft, die unten auf deiner Profilseite steht[149]. Mehr: Ist Revolut sicher?.
Einschränkung und Sperre. Revolut kann ein Konto einschränken, etwa bei unvollständiger Verifizierung, ungeklärter Herkunft von Geld oder veralteten Steuerdaten, und informiert per E-Mail, gegebenenfalls mit Frist; eine Kündigung kommt mindestens 60 Tage vorher[180]. Bei Sicherheits- oder Betrugsverdacht sperrt Revolut sofort und informiert vorher oder so schnell wie möglich danach[163]. Für ein Hauptkonto ist das das größte Alltagsrisiko: Miete und Lastschriften hängen daran. Was dann zu tun ist: Konto gesperrt.
Support. Rund um die Uhr per Chat[115][115], aber ohne öffentliche Telefonnummer mit Mitarbeiter*innen[116]. Alle Kanäle: Revolut Kundenservice.
Fazit: Für wen es als Hauptkonto passt
- Passt eher, wenn du fast alles mit Karte oder per Überweisung zahlst, keinen Dispo brauchst und mit einem Chat-Support leben kannst.
- Passt eher nicht, wenn du regelmäßig Bargeld einzahlst, auf einen Dispo als Puffer angewiesen bist oder oft dort zahlst, wo nur girocard geht.
- Die Kombi: Viele nutzen Revolut neben einem Konto bei einer deutschen Bank. Was wohin gehört, steht unter Revolut als Zweitkonto.
Häufige Fragen
Kann ich mein Gehalt auf Revolut bekommen?
Wie lange kann ich eine Lastschrift bei Revolut zurückbuchen?
Hat Revolut eine girocard?
Nein. Revolut gibt nur Debitkarten von Visa und Mastercard aus.[33]